NOWHERE?

Na gut, so ganz stimmt es nicht...
Irgendwo ist das schon. Politisch betrachtet, der Landkreis Nordsachsen, und hier wiederum die Umgebung von Delitzsch und Wiedemar.
Eine paradiesische Naturausstattung hat´s nicht gerade. Klar kann man stundenlang durch Raps- und Spargelfelder spazieren, wenn man sich nicht erwischen läßt. Und das ist sehr wahrscheinlich, weil man hier kilometerweiten Ausblick hat. Ich persönlich bezweifle die Kugelgestalt der Erde.
Der Waldanteil liegt negativrekordverdächtig bei weit unter einem Prozent, und es fließen Lober und Gienickenbach mit der Wildheit einer Wanderdüne. Zahlreiche Bockwindmühlen blicken neidisch auf ihre modernen Windradverwandten. Man kann Deutschlands größte Gewächshäuser bestaunen und die gigantischsten Regenbögen, deren Ausbreitung nichts stört. Sollte sich einer zeigen, wird dieser Tag würdig gefeiert. Da schon die Altvorderen damit anfingen, ist inzwischen jeder Tag ein Feiertag. Zur Überwachung des Ganzen gibt es hier eine uralte Sternwarte, die Magischen Kreise von Kyhna. Die sieht man nur aus dem Flieger.
Schauen Sie sich mal um. Ihnen passiert nichts, denn Sie wohnen ja nicht hier!


Blick auf die Nordwestschulter
der Halle-Leipziger Tieflandsbucht. Höhenlage etwa 100m ü.NN (plus/minus 3mm). Bei klarem Wetter Blick bis zum Ural.
Eine typische Ortsansicht
aus der Ferne: Baumwipfel-Hausdach-Mix. In der Ackerlandschaft findet man nur wenige Arten, insbesondere den Großen Scheidling und den Feld-Schwindling. Die Dörfer sind manchmal vernetzt durch Apfelalleen. Über letztere fällt gern der Zottige Schillerporling her. Gibt es eigentlich auch Goetheporlinge?
Öffentliches Grün innerorts.
Hier gedeihen mehr oder weniger prächtig Maipilz, Anis-Champignon, Kompost-Champignon, Bleigrauer Bovist, Feld-Schwindling, Kratzender Kamm-Täubling und einige andere Arten, unter denen der Weinrötliche Rißpilz hervorzuheben ist.

Das vorige Bild
aus der entgegengesetzten Richtung betrachtet, d.h. ich stehe jetzt theoretisch mitten in den Champignons und warte auf den Rasenmähermann.
Entschuldigung! Das wollte ich doch weder verraten noch zeigen...
Flanier-Meile!
Dies ist ein El Dorado von Feld-Schwindling, Kahlem Krempling, Gilbendem Erdritterling, Netzstieligem Hexenröhrling und bislang zwei Exemplaren des Einsiedler-Wulstlings. Im Hintergrund, auf schütterem Rasen erschien 2003 in dreifacher Ausfertigung - gut für deutsche Bürokraten - der Wurzelnde Egerlingsschirmpilz!
Parkähnliche Landschaft
am Ortrand. Der Hügel ist aufgeschüttet und manchmal vom Kegligen Saftling gekrönt. Unter den Bäumen büschelt gern der Kompost-Egerling. Auf der Wiese im Mittelgrund kommt der Stadt-Egerling in Massen vor, außerdem der Tränende Saumpilz, der Gelbstielige und der Netzadrige Dachpilz. Feind Nummer Eins: Rasenmäher.
Im Vorgarten
mal kein pflegeintensives Koniferengoulasch. Auch im recht trockenen, leicht vermoosten Rasen findet man Pilze.
U.a. Feld-Champignon, Fleischrötlicher Schönkopf, Voreilender Ackerling, Scheinhelmlinge und Purpurgrauer Träuschling, sowie den mit dem Namen, der in keine Tabelle paßt: Rosablättriger Egerlingsschirmpilz.>
Hier gibt es Raslinge!
Bitte nicht weitersagen!
Sonst stellt die Polizei eine Radarfalle auf.


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