Hier zunächst die nudistischen Funddaten: |
| G. luxurians ist ursprünglich aus Nord-Amerika beschrieben, auch gemeldet von Hawaii und Nord-Afrika. Erstmalig auf europäischem Boden festgestellt wurde die Art 1989 in Eindhoven (NL), anschließend in Frankreich, Italien, Österreich und der Tschechischen Republik. Die ersten deutschen Funde stammen von 1997 aus Schmelz und Speyer. Ein weiterer 1999 aus Bad Krozingen. Außerdem wurde die Art südlich von Freiburg (E. STRITTMATTER per posting), Karlsruhe (G. MÜLLER per posting) und in Oberbayern (T.R.LOHMEYER per posting) gesichtet. |
| Parallel zu mir fand W. POHL (Frankfurt) Pilze, die sich späterhin als wahrscheinlich (nicht hundertprozentig, aber stark tendenziös) identisch erwiesen. W. Pohl übernahm auch eine gründliche Untersuchung meiner Kollektion und informierte mich ausführlich in Wort und Bild über die Ergebnisse. Gar nicht recht in Einklang zu bringen sind die Zystiden, welche für G. luxurians als "knorrig verzweigt" bezeichnet werden. Bestenfalls fanden sich kleine noppenartige Auswüchse am oberen Ende. Dafür paßt aber die Ikone nebst der Mikrozeichnung bei RICKEN (1915) beinahe wundervoll, nur eben für eine andere Art, nämlich Gymnopus crassipes. In der Beschreibung gibt es aber Diskrepanzen, insbesondere die rundlichen Sporen stimmen nicht überein. |
Cheilozystiden, Skizze |
Cheilozystide (W. POHL) |
Cheilozystide (W. POHL) |
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Bei NOORDELOOS (1995) ist Gymnopus crassipes ebenfalls genannt, und zwar als Einzelfund von Venlo. Hier werden deutlich gestrecktere Sporen angeführt, und im Unterschied zu G. luxurians etwas breitere. Außerdem: "strongly radially fibrillose pileus".
In diesem Sinne betrachtet, wäre Gymnopus crassipes zumindest eine Möglichkeit gewesen. A. HAUSKNECHT (Maissau), dem Bilder vorgelegt wurden, ist davon überzeugt, daß es sich um Gymnopus luxurians handelt. Außerdem, und das ist die für mich überraschende Pointe, sei diese Art bereits 1997 in ANTONÍN u.NOORDELOOS (1997) mit Gymnopus crassipes vereinigt worden. Interessant, daß auf der einen Seite versucht wird, Tubaria auf Grund winziger Unterschiede in mehrere Arten aufzuspalten, auf der anderen Seite augenfällige Merkmale noch als Variabilität betrachtet werden. Es wird dafür sicherlich plausible Gründe geben, die sich mir jedoch erfolgreich entziehen. Kommt Zeit, kommt Wissen... |
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Literatur: ANTONÍN, V. & HERINK, J.(1999): Notes on the veriability of G. luxurians (Tricholomatacea). Czech Mycol. 52(1), S. 41-49. ANTONÍN, V. & NOORDELOOS, M. E. (1997): A Monograph of Marasmius, Collybia and related genera in Europe. Part 2. Eching. BON, M. (1996): Deux espèces americaines devouvertes dans le Sud-Ouest de la France. Doc. Myc. Fr. 26(103). CLEMENCON, H. (1997): Microcollybia tuberosa oder Collybia tuberosa? Schweiz. Zeitschr. Pilzk. Heft 2/97, S. 35. MONTAG, K. et al (1999): Der Üppige Rübling Gymnopus (Collybia) luxurians (Peck) Murill ist gut in Deutschland angekommen. Der Tintling, Heft 17. NOORDELOOS, M. (1995): Collybia. Flora Agaricina Neerlandica. Rotterdam. PIDLICH-AIGNER, H. & HAUSKNECHT, A. (2001): Großpilze in den Gewächshäusern des Botanischen Gardens der Universität Graz. ÖZP 10, S. 43-73. RICKEN, A. (1915): Die Blätterpilze (Agaricaceae) Deutschlands. Augsburg. |