Hypholoma subericaeum (FR.)KÜHN.
Teichrand-Schwefelkopf
(2003)

Nicht, daß diese Art besonders auffällig oder gar schmackhaft ist. Ganz im Gegenteil.
Mein Erstkontakt (gemeinsam mit J. HOFFMANN) fand eher unspektakulär Ende September in der Dübener Heide/Sachsen-Anhalt, Nähe Eisenhammer, statt. Dort schlängelt sich quer über eine lichte Stelle im Walde ein 30cm breites Rinnsal einem mir unbekannten Schicksal entgegen. In regenreicheren Zeiten mag sich ringsum ein kleiner Sumpf bilden. In beträchtlicher Zahl gediehen dort zumeist ockerbraune Pilzchen, manchmal mit wundersam aufgeschirmten Hut (wie alte britische Stahlhelme).

Vor allem aber waren Letztgenannte oft weiß "beflockt", was sehr irritierend wirkte. Der Hutdurchmesser unterschied sich beträchtlich (1-5cm). Lamellen zunächst blaß, später aber dunkelst braun (fast schwarz) mit Violettstich und heller Schneide.
Der entscheidende Hinweis kam von A. SCHILLING:
Dies ist der Teichrand-Schwefelkopf mit typischen Kristallausscheidungen.
Aha, dies zum Thema "weißflockig". Erwähnt ist dieses Phänomen auch bei GERHARDT (1998).
Foto rechts: J. HOFFMANN



Gegen Monatsende hatte ich Gelegenheit, ein bis drei Blicke auf einen Teich in der Mark Brandenburg, Nähe Jeserigerhütten, zu werfen. Das Wetter war schon vorwinterlich, mit barschem Nachtfrost, so daß der Teich stellenweise eisbefilmt war.
An jener Uferzone, die täglich noch ein wenig von der Sonne verwöhnt wurde, gedieh nicht selten der Teichrand-Schwefelkopf - diesmal ohne Kristalle. Übrigens auch in einem bis auf schlammigen Untergrund ausgetrockneten benachbarten Graben. Möglichweise ist die Art gar nicht sooo selten, sofern man mit allen vorhandenen Augen Ausschau hält?
RLD: 3

Sporen:
7,5-8,7(10) x 4,4-5(5,6) µm
Basidien:
19,1-21,8 x 8,2 µm,
meist 4-sporig
Cheilozystiden.:
10-22 x 5,5-7 µm, dicht
Pleurozystiden:
Chrysozystiden mit wenig goldgelbem Inhalt, häufig,
15-55 x 8-14 µm
(meist um 20 x 10 µm)

Literatur:
GERHARDT, E. (1998): Der große BLV-Pilzführer für unterwegs.

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