Clitocybe squamulosa (PERS.)KUMM.
Schuppiger Trichterling
(2004)

Funddaten:
Neukyhna/Kyhna, Vor"garten", d.h. hoffnungslos vermooste Wiese (kein Baum nahebei), und zwar 11./02, 12./02, 1./03, 2./03. Am 7.10.03 1 Pilz, zwischen 5. und 10.11. 6 Pilze, dann wieder am 19.11.03 ein größerer Schub von ca. 10 Fruchtkörpern und schließlich am 10. und 12.1.04 je ein Exemplar.
In der mir zugänglichen Literatur wird die Art stets in Nadelwälder verwiesen, lediglich bei MICHAEL, HENNIG, KREISEL (1979) ist ein Vorkommen in Moospolstern ausdrücklich genannt. An keiner Stelle jedoch wird der Art ein Erscheinen im Winter zugebilligt.


Beschreibung:
Hut 1 - 5 cm, zunächst m.o.w. flach, später tief trichterig mit welligem Rand. Dunkelbraun, viel heller ausblassend, dann dunklere Schüppchen deutlich sichtbar. Stiel wie Hut gefärbt oder heller, längsfaserig, Basis verdickt und weißfilzig. Lamellen dicklich, nicht sehr engstehend, oft gegabelt und anostomosierend. Auffällig heller als Hut und Stiel. Geruch schwach pilzig. Sporenpulver weiß (mit Fantasie und dicker Sporenschicht könnte ein Superblaßgelb die korrekte Bezeichnung sein).
Prinzipiell treffen die Merkmale auf C. squamulosa zu ...
Eine mikroskopische Untersuchung führte dankenswerter Weise A. GMINDER durch. Die Ergebnisse sind nachfolgend wörtlich zitiert:

"Wichtige Merkmale sind u.a., daß die Basidien normal lang sind (also keine Hygrocybe o.ä.), daß die Hyphen Schnallen haben (also keine Rhodocybe), daß die Huthauthyphen inkrustiert-pigmentiert sind und kein vakuoläres Pigment haben, daß die Sporen weder amyloid noch dextrinoid sind und apfelkernförmig sind. All das läßt nur den Schluß zu, daß es sich um einen Trichterling (Clitocybe) handelt. Aufgrund der kaum vorhandenen Hygrophanität (Wasserzügigkeit), den tropfenförmigen Sporen und der Sporengröße kommt dann nur die Gruppe um den Ockergelben Trichterling (Clitocybe gibba) in Frage und dort am besten entweder der Feinschuppige (C. squamulosa) oder der Graufilzige (C. trullaeformis) Trichterling.

Letzterer würde farblich besser zu den Bildern passen, aber ersterer paßt farblich besser zum Exsikkat. Squamulosa riecht unauffällig, trullaeformis mehlartig.
Entscheiden kann ich mich nicht für einen der beiden, es gibt jeweils Merkmale die dafür und die dagegen sprechen. Die auffallende Erscheinungszeit im Winter paßt auf überhaupt keine Art aus dieser Gruppe!"

Nun gibt es aber seit Juli 2004 eine überraschende Neuigkeit:
Am gewohnten Ort schien ein einzelnder Pilz (Bild rechts), als die Regel bestätigende Ausnahme. Jedenfalls hat sich die Natur ein wenig der Literatur angeglichen.
PS.: Am 4.2.05 erschienen wieder 3 Fruchtkörper. To be continued...


Literatur:
MICHAEL, HENNIG, KREISEL (1979): Handbuch für Pilzfreunde, Bd. III. Jena
zurück